Besuch in der Partnerstadt

Vom 13. bis zum 16. April waren Wolfgang Unterbusch und Walter Erlenbach (Winfried Kern war kurzfristig verhindert) in der Partnerstadt Kamenický Šenov / Steinschönau zu Besuch. Anlass war die Präsentation von SONOW über die Arbeiten auf dem Alten Friedhof.

In unserer Pension wurden wir als erstes von Ruth Kralová begrüßt, und dann überraschten uns Anna Benesová und Hedvika Raiterová mit einem ausgiebigen Abendbrot mit Kuchen und einer Flasche gekühlten Bieres.

Am Freitag Vormittag lernten wir den neuen Bürgermeister Martin Bártl und seinen Stellvertreter Tomáš Tschakert kennen. Wir überbrachten die Grüße unseres Bürgermeisters Ludger Banken und sprachen an beide die Einladung aus, so bald wie möglich Rheinbach zu besuchen. Herr Bártl, begeisterter Radfahrer, erkundigte sich direkt nach der Möglichkeit, mit dem Rad nach Rheinbach zu kommen, und Wolfgang Unterbusch sicherte zu, ihm die Route von 2006 mit den Unterkünften zuzusenden, die dann allerdings in umgekehrter Strecke zurück zu legen wäre.

Um einen ersten Eindruck über Rheinbach zu bekommen überreichten wir der neuen Verwaltungsspitze unserer Partnerstadt den Bildband von Heinz Pützler mit den historischen Anmerkungen von Dietmar Pertz.

Foto: Anna Benesová

Herr Bártl und Herr Tschakert sicherten glaubhaft zu, dass die Städtepartnerschaft mit Rheinbach auch für sie einen hohen Stellenwert habe, und sie bedankten sich sehr für die Unterstützung der Restaurierungsarbeiten auf dem Alten Friedhof.

Da am Vortag der Hejtman (Regierungspräsident) des Kreises Liberec ganztägig zu Besuch in Kamenický Šenov war und die Restaurierungen auf dem Alten Friedhof als Vorzeigeprojekt sehr gelobt hatte, haben diese Arbeiten noch einmal von höchster Stelle Anerkennung erfahren – was Radim Vácha und seinen Mitstreitern von SONOW sowie der Restauratorin Eva Mičková wohl auch innerhalb der Stadt weitere Zustimmung bringen dürfte.

Anschließend führte uns die Museumsdirektorin Helena Braunová durch die kleine, aber feine und aussagekräftige Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen des Glasmuseums. Bis zu unserem Besuch Ende Mai soll auch noch eine deutsche Beschriftung hinzukommen.

Bei leider feucht-kaltem Wetter besuchten wir am frühen Nachmittag den Friedhof und ließen uns von Radim Vácha die letztjährigen Arbeiten zeigen und die Planung für dieses Jahr erklären.

Foto: Radim Vácha

Das Grab No. 1 (nach der Zählung von Harry Palme 1935) des Johann Christof Zahn (1682 – 1767), das älteste auf dem Friedhof und noch in Barock-/Renaissance-Stil gehalten, wurde 2022 vollständig restauriert. Es fehlten z.B. auf dem Gesims die beiden Totenschädel, das Kreuz war unvollständig und der Zaun nur noch rudimentär vorhanden. Das Denkmal lädt geradezu ein zum Entdecken der mythologischen Symbolik!

Genau diese Restaurierungsarbeiten bestimmten den ersten Teil der Präsentation von SONOW durch Radim Vácha. Wir konnten durch Spenden aus Rheinbach (die wir schon im vergangenen Jahr übergeben hatten) und durch den Beitrag der NRW-Staatskanzlei im Rahmen der Wettbewerbs „Europa bei uns zuhause“, der erst nachträglich ausgezahlt wird, wieder zum Erfolg dieser Arbeiten beitragen, was uns stolz sein läßt und uns viel Dankbarkeit entgegen bringt.

Die diesjährigen Arbeiten umfassen, neben dem Erhalt eines größeren Teils der Friedhofsmauer, die Gräber 9 von Franz Vogl (1737 – 1815), seiner Ehefrau Maria Anna Vogl (1758-1820) – Nr. 10 – und dem Grab Nr. 11 von Franz Ignaz Florian Kreibich (1745 – 1826), dem Ehemann einer Tochter Vogls aus einer früheren Ehe. Franz Vogl war Besitzer des Gebäudes, das heute das Glasmuseum beherbergt und noch immer als „Vogl-Haus“ bezeichnet wird.

Fotos: Radim Vácha

Auch für diese Arbeiten haben wir wieder unseren Beitrag in Höhe von 2.000,- € aus Rheinbach übergeben, für die wir und die Freunde in Kamenický Šenov allen Spendern sehr dankbar sind. Die Zusage des Gewinns auch beim diesjährigen Wettbewerbs „Europa bei uns zuhause“ ließ weitere Freude aufkommen.

Foto: Adam Hotar

Am Abend trafen wir uns bei Katka Cechová und Pavel Cech mit den Vorstandsmitgliedern des dortigen Partnerschaftsvereins „Spolek přátel Rheinbachu“ zu letzten Abstimmungen über die Bürgerfahrt vom 25. bis 29. Mai. Und am Samstag waren wir bei den gleichen Gastgebern zu einem oppulenten böhmischen Mittagessen eingeladen. Auch dafür herzlichen Dank!

Am späten Nachmittag hatte uns der Partnerschaftsverein zu einer offiziellen Weinprobe eingeladen, die Patrik Diviš im Saal über der Bibliothek veranstaltete. 50 Weine wurden zur Probe angeboten – wir haben nicht alle durchprobieren können!

Foto: Wolfgang Unterbusch

Der schöne, aber auch anstrengende Besuch in der Partnerstadt ging leider schon am Sonntag zu Ende. Wir waren wieder einmal von der großen Gastfreundschaft überwältigt.


Noch ein Hinweis zu der Eröffnug der Ausstellung von Schülerobjekten am Freitag, den 21. April in der Glasfachschule, Nagel-Haus: Die Veranstaltung beginnt erst um 11:15 Uhr.